Detailbeschreibung
Schaumwein · Champagner Premier Cru · Naturherb
„Les Vignes de Mon Oncle“ ist die jüngste Cuvée von Vincent Laval: Reben in Cumières, die er von seinem Onkel übernommen hat, ein Champagner ohne jede Dosage aus den Grundweinen 2021 und 2022 und eine Hommage an den Mann, der die Parzellen vor ihm bewirtschaftete. Die Flasche trägt Vincent Lavals Namen statt den des Weinguts Georges Laval.
Cumières – Premier Cru am Südhang der Marne
Cumières liegt an einem nach Süden ausgerichteten Hang über der Marne und gehört zu den Dörfern der Champagne, in denen die Trauben früh reifen. Die Böden bestehen aus Kreide und kalkigem Lehm; sie bringen reife, kraftvolle Weine hervor. Der Cru ist als Premier Cru eingestuft. Neben Chardonnay stehen hier Pinot Noir und Pinot Meunier, die der Cuvée Würze und Körper geben.
Die Familie Laval bewirtschaftet in Cumières seit dem Jahr 1694 Reben. Vincent Laval führt den Betrieb in vierter Generation. Heute umfasst das Weingut 2,5 Hektar Premier-Cru-Reben, verteilt auf mehrere Parzellen; gearbeitet wird ohne Herbizide und ohne synthetische Dünger. „Les Vignes de Mon Oncle“ ergänzt die Reihe der Einzellagen wie Les Chênes, Les Hautes Chèvres und Les Longues Violes um eine Cuvée aus Parzellen, die Vincent Laval über Jahre bewirtschaftete, bevor er sie erwerben konnte.
Jahrgänge 2021 und 2022 – Champagne
Der Champagner ist eine Assemblage aus den Grundweinen der Jahrgänge 2021 und 2022, zwei sehr gegensätzlichen Jahren. 2021 war in der Champagne von Frost zwischen dem 6. April und 3. Mai, einem feuchten Frühjahr und starkem Mehltaudruck geprägt; die Ernte fiel so klein aus wie seit rund 40 Jahren nicht, die Lese begann am 6. September, und die Ertragsgrenze lag bei 10.000 kg/ha, die die meisten Betriebe nicht erreichten.
2022 wurde dagegen zum sonnigsten Jahrgang der Champagne. Die Lese begann um den 20. August, die Ertragsgrenze stieg auf 12.000 kg/ha, und die Moste erreichten ein potenzielles Alkoholniveau von über 10 % Vol. bei moderater Säure.
Assemblage und Ausbau
Im Keller gärt der Wein spontan mit wilden Hefen, die Grundweine werden im Holzfass vergoren, ohne Schönung und Filtration. Fast alle Champagner des Hauses kommen als Brut Nature ohne Dosage auf die Flasche.
Nach der Assemblage lagert der Champagner in der Flasche auf der Hefe, bis er im April 2025 dégorgiert wird – ohne Dosage, daher naturherb (Brut Nature) mit 0 g/l Restzucker. Entsprechend deutlich zeigen sich Herkunft und Jahrgang im Glas: nichts wird überdeckt.
Im Glas
Die Nase bringt Quitte, Bitterorange und Limettenschale, dazu weißen Pfeffer. Am Gaumen treten reifer Pfirsich und Apfel hinzu, getragen von Kreide und einer feinen Brioche-Note. Der Pinot gibt Würze, der Chardonnay Zug und Klarheit; ohne Dosage bleibt der Wein straff und lang.
Ein Champagner ohne Dosage: Was im Glas ankommt, stammt aus der Rebe und dem Keller – nicht aus dem Zucker.
Gut gekühlt, aber nicht eiskalt servieren, am besten in einem weiten Weißweinglas statt in der Flöte; der Champagner entfaltet sich mit etwas Luft.
Am Tisch
Zu Austern, Jakobsmuscheln und gebratenem Weißfisch, zu Hummer und Kaisergranat. Ebenso zu gereiftem Comté, Hühnchen mit Rahmsauce oder Kalbsbries – ein Champagner für Menüs, nicht nur für den Aperitif.