Detailbeschreibung
Champagner · Premier Cru · Extra Brut
Der Bertrand-Delespierre Enfant de la Montagne ist ein Champagner Premier Cru aus der Montagne de Reims, gekeltert aus den drei klassischen Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Bertrand-Delespierre ist ein Familienweingut (Récoltant-Manipulant) in Chamery, das ausschließlich Trauben aus eigenen Premier-Cru-Lagen verarbeitet. Auf einen Basisjahrgang kommen rund 40 % Reserveweine; nach etwa drei Jahren auf der Hefe wird als Extra Brut dosiert.
Chamery, Écueil, Villedommange und Montbré
Das Gut liegt in Chamery in der Montagne de Reims, zwischen Reims und Épernay. Bewirtschaftet werden rund zehn Hektar, verteilt auf etwa sechzig Parzellen in vier als Premier Cru klassifizierten Gemeinden. Drei davon – Chamery, Écueil und Villedommange – liegen in der Petite Montagne an der westlichen Flanke, Montbré dagegen in der Grande Montagne nördlich von Rilly. Das Durchschnittsalter der Reben liegt bei rund 30 Jahren.
Die Böden der Petite Montagne sind weniger einheitlich als weiter südlich: Im oberen Hangbereich überwiegt Ton, in der Hangmitte und darunter Mergel, in der Ebene Sand. Chamery selbst hat nach Norden und Nordosten geneigte Hänge auf sandigen, gut drainierenden Böden – eine Kombination, die spätere Reife und damit höhere Säure begünstigt. Genau daher kommt die zitrische, klare Machart dieses Hauses. Die Rebsorten sind über die Orte verteilt: Der Pinot Noir stammt überwiegend aus Écueil, der Meunier aus Villedommange.
Geführt wird das Gut von der Familie Bertrand-Delespierre, gegründet 1980 von Chantal Delespierre und Didier Bertrand; heute arbeiten die Kinder Adrien und Clémence im Betrieb. Im Weinberg wird ohne Herbizide und ohne Insektizide gearbeitet, die Flächen sind begrünt und werden durchgehend mechanisch bearbeitet, um die Parzellen herum wurden Hecken gepflanzt.
Assemblage und Ausbau
Cuvée aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier aus allen vier Premier-Cru-Gemeinden. Rund 60 % stammen aus dem jeweiligen Basisjahrgang, die übrigen 40 % aus Reserveweinen der drei Vorjahre – der Grund, warum die Cuvée von Auflage zu Auflage dieselbe Handschrift trägt, obwohl sich der Basisjahrgang ändert.
Vergoren und ausgebaut wird im Edelstahltank, einige Monate lang, um die klare Frucht zu erhalten; Holz kommt nicht zum Einsatz. Die malolaktische Gärung läuft durch und nimmt der Apfelsäure die Härte. Anschließend reift der Champagner rund drei Jahre auf der Hefe, weit länger als die für jahrgangslosen Champagner vorgeschriebenen fünfzehn Monate. Dosiert wird als Extra Brut mit rund 2 g/l: Bei den Säurewerten dieser Nordhänge ist das die Menge, die den Auftakt rund macht, ohne Süße beizusteuern.
Im Glas
Helles Gold mit feiner, anhaltender Perlage. In der Nase Zitrusfrucht und Apfelschale, zarte florale Noten und ein Hauch Brioche aus dem Hefelager. Am Gaumen trocken, präzise und frisch, mit feinem Schmelz und einer würzigen Note im Mittelteil. Der Abgang bleibt klar und lang.
Nordhänge auf Sand, 2 Gramm Dosage: Der Wein lebt von der Säure, nicht vom Zucker.
Bei 8–10 °C servieren, in großen Gläsern statt in der Flöte. Bei so niedriger Dosage lohnt sich etwas Luft – nach einer Viertelstunde tritt die Frucht neben die Hefenoten. Trinkreif.
Am Tisch
Klassische Begleitung: Austern, Meeresfrüchte, Sushi und gegrillter Fisch. Gut auch als Aperitif oder zu hellem Geflügel und mildem Käse. Der Meunier-Anteil trägt zudem Herzhaftes – Blätterteig, Pilze, Geflügelterrine.