Detailbeschreibung
Champagner · Grand Cru · Blanc de Noirs et Blancs
Carré Frères Les Blanches Maladries ist ein Grand-Cru-Champagner aus Verzy, eine Assemblage aus 50 % Chardonnay und 50 % Pinot Noir von zwei Einzelparzellen mit alten Reben. Erzeuger sind die Brüder Édouard und Victor Carré aus Trépail. Der Name setzt die beiden Herkünfte zusammen – La Blanche Voie und Les Maladries. Diese Magnum vereint die Kraft des Pinot mit der Finesse des Chardonnay.
Verzy Grand Cru – wo Kreide und Ton aufeinandertreffen
Verzy liegt am nordöstlichen Rand der Montagne de Reims und ist zu hundert Prozent als Grand Cru klassifiziert. Der Ort ist ein Übergangsterroir: Nach Süden hin werden die Böden dünner und kreidiger – dort steht der Chardonnay; nach Nordwesten nimmt der Tonanteil zu, und der Pinot Noir übernimmt. Genau deshalb ergibt eine Assemblage aus einem einzigen Grand Cru hier Sinn, während anderswo Rebsorten aus verschiedenen Dörfern zusammengeführt werden müssen.
Hinzu kommt die Exposition. Verzy ist für seine nach Norden geneigten Hänge bekannt, die weniger direkte Sonne bekommen als die Südhänge der Montagne. Die Reife verläuft langsamer, die Säure bleibt höher – in warmen Jahren ein Vorteil, in kühlen eine Geduldsprobe. Die Trauben dieser Cuvée stammen aus La Blanche Voie mit Reben von 1982 und Les Maladries mit Pflanzung 2005; die kreidereichen Böden geben dem Wein Spannung und salzige Mineralität.
Carré Frères bewirtschaftet rund 21 Hektar, verteilt auf Trépail, Villers-Marmery und Verzy in der Montagne de Reims sowie auf Lagen um Essoyes und Les Riceys in der Côte des Bar. Das Gut wurde 1997 gegründet, die Familie baut seit dem späten 19. Jahrhundert Wein an. Trépail, der Heimatort, liegt an der Ostflanke der Montagne und ist zu rund neunzig Prozent mit Chardonnay bestockt – die Handschrift des Hauses kommt von dort.
Assemblage und Ausbau
Assemblage aus 50 % Chardonnay und 50 % Pinot Noir. Gärung und Ausbau erfolgen über 10 Monate im 450-Liter-Eichenfass, davon 50 % neu, auf der Feinhefe. Das größere Fassformat bremst den Holzeinfluss: Auf 450 Liter kommt weniger Fassoberfläche je Liter Wein als im 228-Liter-Barrique, das Neuholz bleibt deshalb trotz des hohen Anteils im Hintergrund und liefert eher Textur als Aroma.
Die malolaktische Gärung läuft vollständig durch und nimmt der Apfelsäure die Härte – bei den hohen Säurewerten der Nordhänge von Verzy eine naheliegende Entscheidung. Nach der Füllung reift der Champagner über 30 Monate auf der Hefe. Dosiert wird als Extra Brut mit 1,5 g/l: praktisch trocken, was Fassausbau und Malo tragen können, ohne dass der Wein kantig wird.
Die Magnum verändert die weitere Entwicklung: Auf die doppelte Weinmenge kommt derselbe Sauerstoffeintrag über den Verschluss. Der Champagner reift langsamer und gleichmäßiger als aus der 0,75-Liter-Flasche und bleibt über Jahre frischer.
Im Glas
In der Nase Zitrus und weiße Früchte, ergänzt um eine feine rote Beerennote aus dem Pinot und einen dezent briochig-nussigen Ton aus dem Holz. Am Gaumen füllig und zugleich straff, getragen von kreidiger Mineralität und feiner Perlage. Der Abgang bleibt lang und trocken.
Chardonnay von der Kreide, Pinot Noir vom Ton – beides aus einem einzigen Grand Cru, zu gleichen Teilen.
Bei 8 bis 10 °C in großen Gläsern servieren, nicht in der Flöte. Bei 1,5 g/l Dosage braucht der Wein etwas Luft; nach einer Viertelstunde tritt die Frucht neben die Hefe- und Holznoten. Trinkreif, aus der Magnum mit Reserve für mehrere Jahre.
Am Tisch
Als Aperitif ebenso wie zu Fisch, Krustentieren, Geflügel und Kalb, auch zu gereiftem Käse. Fassausbau und Pinot-Anteil tragen mehr als ein schlanker Blanc de Blancs: gebratener Steinbutt, Bresse-Huhn mit Rahmsauce, Kalbsbries.
Die Magnum ergibt rund zwölf Gläser und ist für die größere Tafel gedacht – sie bleibt über den Abend spritzig, weil der Druck im größeren Volumen langsamer nachlässt. Rechtzeitig kühlen: Im Eiswasser braucht sie gut doppelt so lange wie eine Normalflasche.