Detailbeschreibung
Rotwein · Gevrey-Chambertin AOC · Pinot Noir
Der Domaine Duroché Gevrey-Chambertin Les Jeunes Rois 2024 stammt aus einem Lieu-dit am nördlichsten Rand der Gemeinde Gevrey-Chambertin, mit Reben aus dem Jahr 1953. Pierre Duroché entrappt, extrahiert sanft und baut mit wenig neuem Holz aus. Der kleine, kühle Jahrgang 2024 gibt dem Wein eine straffe, kernige Struktur.
Les Jeunes Rois – alte Reben am Nordrand von Gevrey
Les Jeunes Rois ist ein Lieu-dit der Ortsappellation Gevrey-Chambertin am nördlichen Ende der Gemeinde, Richtung Brochon. Der Boden besteht aus sandigem Mergel, der sich schnell erwärmt und gut entwässert; der Kalk darunter hält die Säure.
Die Reben von Duroché wurden 1953 gepflanzt und sind damit über 70 Jahre alt. Alte Stöcke wurzeln tief im Mergel, tragen wenig und bringen kleine, konzentrierte Beeren – Grund für die dichte, kernige Art dieses Ortsweins.
Die Familie Duroché füllt seit 1933 eigenen Wein ab. Pierre Duroché stieg 2003 in den Betrieb ein und führt ihn seit 2005 in fünfter Generation. Die Domaine bewirtschaftet 8,25 Hektar, ausschließlich in Gevrey-Chambertin, darunter Lavaut Saint-Jacques und vier Grands Crus. Im Weinberg setzt Duroché nur Schwefel und Kupfer ein; gelesen wird von Hand mit Selektion im Weinberg und im Keller.
Jahrgang 2024 – Côte de Nuits
Von Oktober 2023 bis März 2024 fiel fast doppelt so viel Regen wie im Mittel, der Winter war rund 2 °C zu warm, der Austrieb kam Anfang April. Bis September lag der Niederschlag über 55 % über dem Durchschnitt, die Sonnenstunden rund 10 % darunter. Von Mai bis Mitte Juni gab es kaum trockene Tage, der Druck durch Falschen Mehltau war enorm. Die Blüte zog sich hin; die Verrieselung traf besonders den Norden der Côte de Nuits um Gevrey. Am 20. Mai zog Hagel Richtung Fixin und Marsannay. Erst der August brachte mit über 300 Sonnenstunden den Ausgleich.
Die meisten Betriebe der Côte de Nuits begannen zwischen dem 12. und 16. September zu lesen. Die Erträge waren sehr niedrig, mancherorts kaum zweistellig in Hektolitern je Hektar; Duroché konnte einige kleine Cuvées 2024 gar nicht erzeugen. Die Mostgewichte lagen bei 11,5 bis 12,5 % potenziellem Alkohol, die Säure höher als in den warmen Vorjahren. 2024 ergibt kühle, klassisch gebaute Rotweine mit klarer Frucht.
Entrappt, sanft extrahiert, 15 Monate auf der Feinhefe
Der Wein ist ein reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2024. Die Trauben werden vollständig entrappt. Extrahiert wird sanft: zuerst durch Pigeage, später durch Remontage.
Danach reift der Wein 15 bis 16 Monate auf der Feinhefe in Fässern mit höchstens 15 % neuem Holz, meist ohne Abstich. Bis auf eine kleine Menge Schwefel nach der malolaktischen Gärung kommen keine Zusätze in den Wein. Gefüllt wird ungeschönt und unfiltriert.
Im Glas
Mittleres Rubinrot. In der Nase Himbeere, Brombeere und Sauerkirsche, dazu Veilchen, Graphit und etwas Unterholz. Am Gaumen straff und kernig, mit spürbarer Säure und griffigem, feinkörnigem Tannin; das Holz bleibt im Hintergrund. Der Abgang ist würzig und steinig.
Reben von 1953 auf sandigem Mergel am Nordrand von Gevrey, entrappt und mit wenig neuem Holz: Ortswein mit dem Rückgrat eines kühlen Jahrgangs.
In der Jugend braucht er Luft; eine Stunde im Dekanter hilft. Bei 16 °C im Burgunderglas servieren. Unsere Trinkempfehlung: 2028 bis 2038.
Am Tisch
Zu Ente, Taube, Rehrücken und Wildschweinragout, Rinderfilet mit Rotweinjus und Pilzgerichten. Beim Käse zu Époisses, Ami du Chambertin oder gereiftem Comté.