Detailbeschreibung
Weißwein · Bourgogne Côte d'Or AOC · Chardonnay
Der Rémi Jobard Bourgogne Côte d'Or Blanc Vieilles Vignes 2024 ist ein Chardonnay aus sechs Parzellen in Meursault, direkt unterhalb des Ortes, zwei davon unmittelbar unter dem Premier Cru Les Charmes. Die Reben sind über 40 Jahre alt, ausgebaut wird wie bei den Meursaults des Hauses in Barriques und großen Fässern. Ein Bourgogne mit Meursaulter Herkunft und der kühlen Frische des Jahrgangs 2024.
Unterhalb von Meursault – Bourgogne-Parzellen unter den Charmes
Die Trauben stammen aus sechs Parzellen auf Meursaulter Gemarkung, am flacheren Fuß des Hangs direkt unterhalb des Dorfes. Zwei davon grenzen an die Unterkante des Premier Cru Les Charmes. Die Böden sind kalkreich, mit etwas mehr Lehm als am Hang darüber. Das gibt dem Wein Fülle, der Kalk sorgt für Frische.
Die Reben sind über 40 Jahre alt und bringen geringe Erträge. Seit der Neuordnung der Appellationen 2017 dürfen Weine aus der Côte d'Or die Bezeichnung Bourgogne Côte d'Or tragen – sie grenzt diesen Wein klar von Bourgogne aus anderen Teilen der Region ab.
Rémi Jobard gründete die Domaine 1991 aus dem Erbe einer alten Meursaulter Winzerfamilie und bewirtschaftet rund 9 Hektar. Seit 1994 verzichtet er auf synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel, seit 1998 auf Herbizide; die Rebzeilen werden bearbeitet und begrünt. Die Domaine ist Bio-zertifiziert, FR-BIO-15.
Jahrgang 2024 – Côte de Beaune
2024 war ein kühles, nasses Jahr. Von Oktober 2023 bis März 2024 fiel fast doppelt so viel Regen wie im Mittel, der milde Winter brachte einen frühen Austrieb Anfang April. Zwischen dem 18. und 23. April folgten Frostnächte, die vor allem im Süden der Côte de Beaune Schäden anrichteten. Von Mai bis Mitte Juni gab es kaum trockene Tage; in Meursault war der Druck durch Falschen Mehltau so hoch wie seit zehn Jahren nicht. Die Blüte zog sich hin, Verrieselung kostete zusätzlich Menge. Erst der August brachte mit über 300 Sonnenstunden die Reife voran.
In Meursault begann die Lese der weißen Trauben meist um den 16. September. Die Erträge lagen vielerorts weit unter dem Normalmaß, bei Weißwein teils unter 20 hl/ha. Die Mostgewichte erreichten 11,5 bis 12,5 % potenziellen Alkohol, die Säure lag höher als in den warmen Vorjahren. Die weißen Burgunder 2024 gelten als klar, fein und frisch – erfolgreicher als die Roten des Jahrgangs.
Halb Barrique, halb Foudre
Der Wein ist ein reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2024. Rémi Jobard presst sehr langsam, oft über viele Stunden. Der Most gärt spontan mit den eigenen Hefen.
Ausgebaut wird je zur Hälfte in Barriques mit rund 15 % neuem Holz und in großen, älteren Foudres. Danach ruht der Wein noch einige Monate im Stahltank, bevor er unfiltriert abgefüllt wird. Das Holz soll den Wein stützen, nicht prägen.
Im Glas
Hellgelb. In der Nase Zitrone, gelber Apfel und Birne, dazu Weißdorn, etwas Haselnuss und eine feine Kalknote. Am Gaumen mittelgewichtig und saftig, die Säure des Jahrgangs hält ihn frisch, die alten Reben geben ihm mehr Substanz, als man von einem Bourgogne erwartet. Der Abgang ist klar, leicht salzig und trocken.
Über 40 Jahre alte Reben auf Meursaulter Kalk, ausgebaut wie die Premiers Crus: ein Bourgogne mit Herkunft.
Bei 11–12 °C im Weißweinglas servieren. Unsere Trinkempfehlung: jetzt bis 2030.
Am Tisch
Zu gebratenem Fisch mit Zitronenbutter, Forelle, Gougères, Hühnerfrikassee und Pasta mit Pilzen. Auch zu Ziegenkäse, jungem Comté oder einer Quiche Lorraine.