Detailbeschreibung
Weißwein · Meursault Premier Cru · Chardonnay
Der Rémi Jobard Meursault 1er Cru Le Poruzot-Dessus 2024 kommt aus dem oberen, steinigen Teil der Premier-Cru-Lage Les Poruzots, von über 60 Jahre alten Chardonnay-Reben. Rémi Jobard vergärt spontan, baut in Barriques und großen Fässern mit wenig neuem Holz aus und lässt den Wein zwei Winter reifen. Der kühle Jahrgang 2024 gibt ihm eine straffe, kalkige Linie.
Le Poruzot-Dessus – der kalkige Oberhang der Poruzots
Les Poruzots ist eine Premier-Cru-Lage im nördlichen Teil von Meursault, zwischen Genevrières und Bouchères am Hang oberhalb des Ortes. Die Lage teilt sich in einen unteren und einen oberen Teil; Le Poruzot-Dessus ist der obere. Hier ist die Auflage dünner, der Boden besteht aus weißem Kalk mit hohem Steinanteil. Das bringt mehr Spannung und Frische als der tiefgründigere untere Teil.
Die Parzelle von Rémi Jobard umfasst 0,51 Hektar, die Reben sind über 60 Jahre alt. Alte Stöcke auf kargem Kalk liefern wenige, kleinbeerige Trauben – Konzentration ohne Schwere.
Rémi Jobard gründete die Domaine 1991 aus dem Erbe einer alten Meursaulter Winzerfamilie und bewirtschaftet rund 9 Hektar. Seit 1994 verzichtet er auf synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel, seit 1998 auf Herbizide; die Rebzeilen werden bearbeitet und begrünt. Die Domaine ist Bio-zertifiziert, FR-BIO-15.
Jahrgang 2024 – Côte de Beaune
2024 war ein kühles, nasses Jahr. Von Oktober 2023 bis März 2024 fiel fast doppelt so viel Regen wie im Mittel, der milde Winter brachte einen frühen Austrieb Anfang April. Zwischen dem 18. und 23. April folgten Frostnächte, die vor allem im Süden der Côte de Beaune Schäden anrichteten. Von Mai bis Mitte Juni gab es kaum trockene Tage; in Meursault war der Druck durch Falschen Mehltau so hoch wie seit zehn Jahren nicht, manche Betriebe spritzten 14 Mal. Die Blüte zog sich hin, Verrieselung kostete zusätzlich Menge. Erst der August brachte mit über 300 Sonnenstunden die Reife voran.
In Meursault begann die Lese der weißen Trauben meist um den 16. September, in einem trockenen Zeitfenster von rund zwei Wochen. Die Erträge lagen vielerorts weit unter dem Normalmaß, bei Weißwein teils unter 20 hl/ha. Die Mostgewichte erreichten 11,5 bis 12,5 % potenziellen Alkohol, die Säure lag höher als in den warmen Vorjahren. Die weißen Burgunder 2024 gelten als klar, fein und frisch, mit kühler Eleganz – erfolgreicher als die Roten des Jahrgangs.
Lange Pressung, Fass und Foudre, zwei Winter
Der Wein ist ein reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2024. Rémi Jobard presst sehr langsam, mindestens sechs und oft bis zu zwölf Stunden. Der Most gärt spontan mit den eigenen Hefen.
Ausgebaut wird zu etwa gleichen Teilen in Barriques mit rund 20 % neuem Holz und in großen, älteren Fässern. Danach ruht der Wein noch einige Monate im Stahltank, bevor er unfiltriert abgefüllt wird. Jobards Grundsatz: Das Holz soll den Wein stützen, nicht prägen. Die Stabilität kommt aus zwei Wintern im Keller, nicht aus technischen Eingriffen.
Im Glas
Hellgelb mit grünen Reflexen. In der Nase Zitrone, weißer Pfirsich und grüner Apfel, dazu Weißdorn, Haselnuss und eine steinige, leicht rauchige Note. Am Gaumen straff und konzentriert: Die alten Reben geben Dichte, der kühle Jahrgang hält die Säure präsent, das Holz bleibt im Hintergrund. Der Abgang ist salzig, kalkig und lang.
Über 60 Jahre alte Reben auf steinigem Kalk im oberen Poruzot, spontan vergoren und mit wenig neuem Holz: Meursault mit Spannung statt Fett.
In der Jugend profitiert er von einer halben Stunde Luft; bei 12–13 °C im Burgunderglas servieren. Unsere Trinkempfehlung: 2027 bis 2036.
Am Tisch
Zu Steinbutt oder Zander in Beurre blanc, Jakobsmuscheln, Hummer und Bresse-Huhn mit Rahm und Morcheln. Auch zu Kalbsbries, Spargel mit Sauce mousseline oder einem jungen Comté.