Detailbeschreibung
Weißwein · Meursault AOC · Chardonnay
Der Rémi Jobard Meursault Les Chevalières 2024 kommt aus einer Parzelle von 0,44 Hektar am oberen Hang von Meursault, mit den ältesten Reben der Domaine. Die Stöcke wurden um 1940 gepflanzt und stehen auf karger, steiniger Erde. Spontan vergoren, je zur Hälfte in Barriques und großen Fässern ausgebaut: ein Ortswein mit Premier-Cru-Anspruch, getragen von der kühlen Frische des Jahrgangs 2024.
Les Chevalières – alte Reben am steinigen Oberhang
Les Chevalières ist ein Lieu-dit der Ortsappellation Meursault am oberen Hang oberhalb des Dorfes, auf rund 300 Metern Höhe. Der Boden ist flachgründig, sehr steinig und arm – Ton-Kalk mit wenig Feinerde über dem Fels. Die Reben müssen tief wurzeln und bringen nur kleine Mengen.
Die Parzelle von Rémi Jobard misst 0,44 Hektar. Die Reben wurden um 1940 gepflanzt und sind damit die ältesten der Domaine. Alte Stöcke auf magerem Kalk ergeben kleine Beeren mit dicker Schale und viel Extrakt; die Höhe hält die Säure frisch.
Rémi Jobard ist der Sohn von Charles und Neffe von François Jobard. Seinen ersten Jahrgang machte er 1992, bis 1996 arbeitete er an der Seite seines Vaters. Heute bewirtschaftet er rund 9 Hektar; seit 2008 ist die gesamte Domaine Bio-zertifiziert (Ecocert), FR-BIO-15.
Jahrgang 2024 – Côte de Beaune
2024 war ein kühles, nasses Jahr. Von Oktober 2023 bis März 2024 fiel fast doppelt so viel Regen wie im Mittel, der milde Winter brachte einen frühen Austrieb Anfang April. Zwischen dem 18. und 23. April folgten Frostnächte, die vor allem im Süden der Côte de Beaune Schäden anrichteten. Von Mai bis Mitte Juni gab es kaum trockene Tage; in Meursault war der Druck durch Falschen Mehltau so hoch wie seit zehn Jahren nicht. Die Blüte zog sich hin, Verrieselung kostete zusätzlich Menge. Erst der August brachte mit über 300 Sonnenstunden die Reife voran.
In Meursault begann die Lese der weißen Trauben meist um den 16. September. Die Erträge lagen vielerorts weit unter dem Normalmaß, bei Weißwein teils unter 20 hl/ha. Die Mostgewichte erreichten 11,5 bis 12,5 % potenziellen Alkohol, die Säure lag höher als in den warmen Vorjahren. Die weißen Burgunder 2024 gelten als klar, fein und frisch – erfolgreicher als die Roten des Jahrgangs.
Stockinger-Fässer, zwei Gefäßgrößen, wenig neues Holz
Der Wein ist ein reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2024. Rémi Jobard presst sehr langsam, über viele Stunden. Der Most gärt spontan mit den eigenen Hefen direkt im Holz.
Ausgebaut wird je zur Hälfte in Barriques mit rund 20 % neuem Holz und in großen, älteren Foudres, fast alle vom österreichischen Küfer Stockinger. Nach rund zwölf Monaten im Fass ruht der Wein noch etwa sechs Monate im Tank, bevor er unfiltriert abgefüllt wird.
Im Glas
Hellgelb. In der Nase Zitronenzeste, Birne und weißer Pfirsich, dazu Feuerstein, Haselnuss und eine leichte Kräuternote. Am Gaumen dicht und zugleich straff: Die alten Reben geben Extrakt und Tiefe, der steinige Oberhang und der kühle Jahrgang die Säure. Das Holz bleibt im Hintergrund, der Abgang ist kalkig, salzig und lang.
Die ältesten Reben der Domaine, um 1940 auf steinigem Kalk am Oberhang gepflanzt: Meursault-Ortswein mit der Dichte eines Premier Cru.
In der Jugend profitiert er von einer halben Stunde Luft; bei 12–13 °C im Burgunderglas servieren. Unsere Trinkempfehlung: 2026 bis 2033.
Am Tisch
Zu Zander oder Hecht in Beurre blanc, Jakobsmuscheln, Hühnchen mit Estragon und Kalbsbries. Auch zu Pilzrisotto, Spargel mit Sauce hollandaise oder gereiftem Comté.