Detailbeschreibung
Weißwein · Gutswein · trocken
Der Riesling vom Buntsandstein 2025 vom Weingut Andres in Deidesheim ist der Gutsriesling der Brüder Michael und Thomas Andres, gelesen aus ihren Buntsandsteinparzellen entlang der Mittelhaardt. 100 % Riesling, trocken, zu 20 % im großen Holzfass aus Pfälzer Eiche und zu 80 % im Edelstahl ausgebaut. Ein Riesling mit heller Frucht, feiner Würze und moderatem Alkohol.
Buntsandstein an der Mittelhaardt
Die Parzellen des Weinguts liegen verteilt über die Mittelhaardt zwischen Haardt, Deidesheim, Forst, Ruppertsberg und Königsbach. Für diesen Wein werden gezielt die Lagen auf verwittertem Buntsandstein gelesen – dem prägenden Gestein des Haardtrands, das an den westlichen Hangpartien bis dicht unter die Oberfläche reicht.
Buntsandsteinverwitterung ergibt einen sandig-kiesigen, kargen Boden mit geringer Wasserspeicherkapazität und rascher Drainage. Er erwärmt sich schnell, hält aber wenig Reserve – die Reben wurzeln entsprechend tief. Für den Riesling heißt das: kleinere Beeren, weniger Volumen im Wein, dafür klare Frucht und eine feinkörnige, salzig-würzige Struktur statt cremiger Fülle. Die kalkmergelgeprägten Parzellen des Betriebs bleiben hier bewusst außen vor.
Bewirtschaftet wird biologisch unter DE-ÖKO-039, ergänzt durch biodynamische Grundsätze. Michael und Thomas Andres haben den Betrieb 2015 von den Eltern übernommen und arbeiten im Weinberg wie im Keller mit möglichst geringem Eingriff.
Jahrgang 2025 – Pfalz
Auf einen milden Winter folgte ein trockenes Frühjahr, das den Austrieb leicht verzögerte. Die Trockenphase fiel mitten in die Zellteilungsphase der Beeren – die Folge waren durchgehend kleine Beeren mit hohem Schalenanteil. Der Sommer war heiß und trocken, der Pilzdruck entsprechend niedrig; Regen Mitte Juli brachte den Reben rechtzeitig Wasser für die Reifephase. Ein trockener August sicherte die Traubengesundheit. Auf kargem Buntsandstein mit seiner knappen Wasserreserve war 2025 damit ein fordernder, aber sauber durchgereifter Jahrgang.
Viele Betriebe begannen Ende August mit den Frühsorten, Niederschlag Mitte September zwang danach zu zügiger Lese, um Botrytis zu vermeiden. Am 23. September war die Hauptlese in der Pfalz abgeschlossen – ungewöhnlich früh. Insgesamt kamen rund 1,85 Millionen Hektoliter in die Keller, etwa 17 Prozent unter Vorjahr und 18 Prozent unter dem Zehnjahresmittel. Das Lesegut war sehr gesund, die Mostgewichte hoch, die Säurewerte ausgewogen: ein Jahrgang mit Struktur und Reifepotenzial statt mit Menge.
Assemblage und Ausbau
Sortenrein 100 % Riesling, Jahrgang 2025, trocken ausgebaut. Das Lesegut stammt ausschließlich aus den Buntsandsteinparzellen der Mittelhaardt. Vergoren wird mit den natürlichen Hefen des Leseguts, ohne Reinzuchthefe.
Der Ausbau teilt sich: 20 % im großen Holzfass aus Pfälzer Eiche, 80 % im Edelstahltank. Das große Holz gibt keine Fassnote ab, sondern nur den langsamen Sauerstoffzutritt, der dem Wein Textur verleiht; der Stahlanteil hält die Primärfrucht fest. Ein langes Hefelager ergänzt Tiefe und Bindung, ohne die schlanke Anlage zu überdecken. In einem Jahr mit kleinen Beeren und hohem Schalenanteil ist diese Zurückhaltung im Holz die Entscheidung, die den Wein trinkbar hält statt breit zu machen.
Im Glas
In der Nase helles Steinobst, gelber Apfel, Zitrusschale und ein Zug Kräuterwürze. Am Gaumen schlank und saftig, die Säure des Jahrgangs trägt gerade durch, darunter liegt die feinkörnige, leicht salzige Würze des Buntsandsteins. Der Hefeanteil zeigt sich als Textur, nicht als Aroma. Moderater Alkohol, klarer, trockener Abgang.
Kleine Beeren, hoher Schalenanteil, 20 % großes Holz: 2025 gibt diesem Gutsriesling mehr Griff als sonst, ohne ihm die Leichtigkeit zu nehmen.
Bei 9–11 °C servieren, Dekantieren ist nicht nötig. Der Wein ist jung zugänglich; die Struktur des Jahrgangs 2025 trägt ihn über die ersten Jahre hinaus, mit etwas Flaschenreife gewinnt er an Länge.
Am Tisch
Als Aperitif, zu Spargel, zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Kalb und hellem Geflügel, zu Saumagen und Pfälzer Küche. Trägt auch würzige asiatische Gerichte und milden Schnittkäse. Ein Riesling für den täglichen Tisch, nicht für den Anlass.