Detailbeschreibung
Rotwein · Nuits-Saint-Georges · Pinot Noir
Jacques-Frédéric Mugnier Nuits-Saint-Georges Clos des Fourches 2023 ist eine Rarität aus Chambolle-Musigny: der Zweitwein aus dem Clos de la Maréchale, den Frédéric Mugnier nur in einzelnen Jahren getrennt abfüllt. Nach 2004, 2006, 2007 und 2008 gibt es mit 2023 nach fünfzehn Jahren wieder einen Clos des Fourches. Er kommt aus den jüngeren Rebflächen des Monopols und wird als Village-Wein etikettiert. Der Wein zeigt die Handschrift des Guts – klare Frucht, feines Tannin, keine Ganztrauben – und ist früher zugänglich als der Premier Cru.
Clos de la Maréchale: der alte Name einer Monopollage
Auf keiner heutigen Lagenkarte Burgunds steht ein Clos des Fourches. Noch 1855 war er der gebräuchliche Name des Weinbergs, 1892 hieß er „Clos Maréchal“, im 20. Jahrhundert setzte sich „Clos de la Maréchale“ durch. „Fourches“ bezeichnete damals die fourches patibulaires, die Galgen, an denen Verurteilte gehängt wurden. Mugnier hat den Namen für die Cuvée aus den jüngeren Reben des Clos wieder aufgegriffen. Woher der spätere Name stammt, ist ungeklärt: Nach Recherchen des Historikers Jean-François Bazin hatte kein Marschall des Zweiten Kaiserreichs eine Verbindung zum Ort.
Der Clos liegt in Premeaux-Prissey am Südende der Côte de Nuits und misst 9,76 Hektar. Nach Angaben des Guts ist er das größte Monopol der Côte d'Or. Die Familie Mugnier besitzt ihn seit 1902, verpachtete ihn aber 53 Jahre lang an ein Handelshaus in Nuits. Erst am 1. November 2003 kam die Lage zurück, das Gut wuchs damit von 4 auf 14 Hektar. Die Gesteinsschicht, auf der der Clos liegt, taucht südlich davon unter die Oberfläche ab und erscheint erst zwischen Puligny und Chassagne wieder. Die Reben für den Clos des Fourches stehen im unteren Teil des Clos, wo die Böden tiefer und toniger sind.
Jahrgang 2023 – Côte de Nuits
Bis in den Juli hinein verlief das Jahr ähnlich trocken wie 2022. Der Winter war mild, der Austrieb kam etwas später als üblich, Spätfröste blieben aus. Ab Mai trieben die Reben schnell. Danach wendete sich das Wetter: Gewitter und wiederholte Niederschläge ließen die Beeren anschwellen, das Traubengewicht stieg deutlich. Ende August folgte eine Hitzeperiode mit Werten über 35 °C bis in den September.
Frédéric Mugnier nannte 2023 einen komplizierten Jahrgang. Die Lese begann auf dem Gut am 7. September. Sortiert wurde ausschließlich im Weinberg durch die Lesehelfer – Mugnier verzichtet grundsätzlich auf einen Sortiertisch. Um die hohen Erträge auszugleichen, zog er bei den meisten Cuvées vor der Gärung einen Teil des Mostes ab (Saignée) und konzentrierte so das Verhältnis von Schale zu Saft. Die großen Mengen erlaubten es, die jüngeren Parzellen wieder getrennt abzufüllen.
Entrappt, gezogen, im Fass ausgebaut
Mugnier verarbeitet seine Trauben ohne Stiele, Ganztraubengärung gehört nicht zum Stil des Hauses. Nach dem Mostabzug gärte der Clos des Fourches spontan. Die malolaktische Gärung lief 2023 zügig und war vor dem Winter abgeschlossen. Anschließend reifte der Wein im Holzfass im Keller des Château de Chambolle-Musigny, wo das Gut seit seiner Gründung 1863 durch den Dijoner Likörfabrikanten Frédéric Mugnier ansässig ist.
Frédéric Mugnier, gelernter Ingenieur und früherer Verkehrspilot, führt die Weinberge seit 1985 selbst. Den Clos de la Maréchale vinifiziert er seit dem Jahrgang 2004. Die Trennung in Premier Cru und Clos des Fourches ist bewusst: Sie hält das Niveau des Maréchale hoch.
Im Glas: die zugängliche Seite der Maréchale
Fünfzehn Jahre lang floss dieser Wein in den Premier Cru – 2023 hat Mugnier die jüngeren Reben des Clos de la Maréchale wieder eigenständig abgefüllt.
Mittleres Rubin. In der Nase dunkle Kirsche und Brombeere, dazu Veilchen und ein Hauch Gewürz. Die tieferen, tonreicheren Böden im unteren Teil des Clos geben Fülle und rundes, weiches Tannin, der Verzicht auf Stiele hält die Frucht klar und direkt. Am Gaumen mittelgewichtig, geschmeidig, mit frischer Säure und ohne die Strenge, die junge Weine aus dem zentralen Nuits oft zeigen. Das Gut selbst beschreibt den Clos des Fourches als fließender, floraler und früher trinkbar als den Premier Cru, mit weniger Tiefe und Länge.
Am Tisch: Ente, Lamm, Waldpilze
Die weiche Struktur passt zu Gerichten mit Röstaromen und mäßiger Würze: Entenkeule mit Linsen, rosa gebratenes Lammkarree, Schweinefilet mit Steinpilzen oder ein Ragout von Waldpilzen. Zum Käse Abbaye de Cîteaux. Serviertemperatur 15–16 °C, kurz vor dem Servieren öffnen.